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Wenn nicht jetzt, wann dann? – Die Lehren aus der Trump-Show in Davos

Shownotes

Die Davos-Bühne wurde diese Woche zum Schauplatz einer neuen Weltordnung. US-Präsident Donald Trump zelebrierte seine Verachtung für ein schwaches Europa – zog aber dann seine Drohungen einer Einverleibung Grönlands zurück. Der kanadische Premierminister Mark Carney forderte die Europäer in einer epochalen Rede auf „in der Wahrheit zu leben“. Bundeskanzler Friedrich Merz wollte das transatlantische Verhältnis noch nicht aufgeben – aber auch in seiner Umgebung hat ein Umdenken begonnen.

Dagmar Rosenfeld und Robin Alexander analysieren in dieser Folge „Machtwechsel“ Trumps Show, die Zukunft Grönlands und der Nato – und Merz’ Realitätscheck.

Das neue Buch von Robin Alexander „Letzte Chance – Der neue Kanzler und der Kampf um die Demokratie“ ist im Siedler Verlag erschienen und unter diesem Link erhältlich.

Transkript anzeigen

00:00:00: Wir dürfen uns in unserem Land ruhig ein bisschen mehr zutrauen.

00:00:05: Wir wollen und wir werden mit dieser Regierung Deutschland

00:00:08: voran bringen.

00:00:10: Wer regiert Deutschland?

00:00:12: Sie machen einfach weiter mit dem

00:00:13: grünen Nachenschiff.

00:00:15: Machtwechsel.

00:00:16: Mit Dagmar Rosenfeld

00:00:18: und Robin Alexander.

00:00:34: Wenn nicht jetzt, wann dann?

00:00:36: Wenn nicht wir, wer sonst?

00:00:38: Diese Zeilen aus dem Rheinischen Höhener-Lied sind so etwas wie der Soundtrack zum politischen im Schweizerischen Davos.

00:00:45: Auf der dortigen Bühne war zu sehen und zu hören, wie sich eine neue Weltordnung formiert.

00:00:52: US-Präsident Donald Trump im Großmachtsgestos voller Verachtung für Europa die Macht des Stärkeren zelebrieren.

00:01:01: im Trump-Modus.

00:01:02: Der Modus aber derjenigen, die bisher an dem Verständnis von den USA als Partner festgehalten haben, Dieser Modus hat sich geändert.

00:01:12: Der deutsche Bundeskanzler als führender Protagonist des europäischen Versuchs durch entgegenkommen Trump als Verbündeten zu halten, er hat in Davos das transatlantische Verhältnis zwar nicht aufgegeben, aber doch eine Rede der Ernüchterung gehalten.

00:01:29: oder besser eine Rede, die die Wirklichkeit einer Welt benennt, in der sich die regelbasierte Ordnung in Auflösung befindet.

00:01:40: die vom Ende einer angenehmen Illusion und dem Anerkennen einer harten Realität erzählen, geht es in dieser Folge von

00:01:48: Machtwechseln.

00:02:03: No, no, no.

00:02:04: He said, here's the story of manual.

00:02:13: The answer is you're gonna do it, you're gonna do it fast.

00:02:16: And if you don't, I'm putting a twenty-five percent tariff on everything that you sell into the United States and a one hundred percent tariff on your wines and champagnes.

00:02:25: And that's about ten times more than what I'm requesting.

00:02:29: And you're gonna do it.

00:02:30: I don't wanna go public with it.

00:02:32: But you may make me do that.

00:02:33: No, no, Donald, I will do it.

00:02:36: I will do it.

00:02:37: Sie hörten einen zusammengeschnittenen Auszug aus der Rede Donald Trumps in Davos.

00:02:42: Der US-Präsident, wie er Emmanuel Macron nachäft, wie er unverholen davon erzählt, wie er den Franzosen unter Druck setzt.

00:02:50: Dieser Auszug ist der Nukleus der Verachtung Trumps für Europa, eine Verachtung, die er in seiner anderthalbstündigen Rede auf offener Bühne das Publikum und die Welt hat spüren lassen.

00:03:03: Robin, dass die Trump-Regierung ein anderes Europa will.

00:03:07: Das ist ja schon in der Rede von J.D.

00:03:09: Vance im vergangenen Jahr auf der Münchner Sicherheitskonferenz deutlich geworden.

00:03:13: Und auch in der jüngsten nationalen Sicherheitsstrategie der USA wird ja ein Zerrbild von Europa gezeichnet, wo von einer zivilisatorischen Auslöschung die Rede ist, von Migrationssensur und Verlust nationaler Identitäten.

00:03:30: Aber das, was Trump da in Davos aufgeführt hat, das ist doch noch mal eine neue.

00:03:36: Du hast völlig recht, das ist eine neue Qualität.

00:03:38: JD Vance damals in München war schon dramatisch genug und hat ja unter anderem begründet, dass Friedrich Merz in diese riesigen Schulden eingestiegen ist.

00:03:46: Die nationale Sicherheitsstrategie war auch krass genug, aber damals konnte man immer sagen, ja, es ist der Vizepräsident, sind die Berater und Trump ließ das ja nicht und so weiter.

00:03:55: Und jetzt fliegt er nach Europa und breitet seine ganze Verachtung für diesen Kontinent aus so hart.

00:04:03: muss man das sagen.

00:04:05: Und diese Verachtung ist eine Erzählung.

00:04:08: Und die Erzählung hat wenig mit den Fakten zu tun.

00:04:11: Er nennt die Migration.

00:04:13: Die Migration habe Europa so verändert, dass man es nicht wiedererkennen könnte.

00:04:18: Das ist ja bei ihm in seinen Wahlkampfreden schon so ein Stereotyp gewesen.

00:04:22: behauptet und vielleicht glaubt er es ja auch, dass die europäischen Städte besonders unsicher wären.

00:04:28: und er nennt immer London.

00:04:30: und es stimmt einfach nicht.

00:04:31: Also wenn du dir anguckst, die Mordrate in London ist eins Komma eins Morde pro hundert tausend Einwohner.

00:04:38: New York drei Komma sechs Los Angeles sechs und Chicago fünfzehn.

00:04:42: Also das London ein besonders unsicherer Ort sind vergleichsamerikanische Städten ist einfach Unsinn.

00:04:48: und das zweite was Donald Trump umtreibt ist Die Energie, also er sagt Europa habe auf erneuerbare Energien gesetzt und damit höre ich seine Ökonomien ruiniert.

00:04:59: Windräder sein Loser hat er gesagt.

00:05:02: Und dann sagt er, die Chinesen verkaufen euch die Windräder, aber stellen sie nicht selber auf.

00:05:09: Und die einzelnen Windräder, die in China am Stünden, die seien nicht ans Netz angeschlossen.

00:05:16: Und wenn man dann in die Fakten guckt, dann sieht man in China sind fünfhundertsebzig bis siebenhundert Gigawatt werden damit Windräder gerade gewonnen.

00:05:27: Das ist mehr als doppelt so viel als in der ganzen EU und Deutschland im Vergleich siebensebzig Gigawatt.

00:05:33: Stimmt einfach nicht, es ist eine Erzählung.

00:05:35: Das ist ja die Oberfläche, ne?

00:05:36: Diese Erzählung ist die Oberfläche unter der die Verachtung für ein schwaches Europa ist.

00:05:44: Weil das ist ja das, was Trump uns sagen will mit dieser Erzählung.

00:05:47: Ihr seid schwach, ihr seid dumm, ihr seid Verlierer.

00:05:51: Ja, deshalb hast du auch richtigerweise diesen spektakulären Auto mit Macron rausgesucht und Macron steht da für ganz Europa.

00:05:59: Er verachtet Europa, weil es in seiner Wahrnehmung schwach ist.

00:06:06: Und das illustriert er damit, dass er diesen Dialog nachäft, wie Macron nachgibt.

00:06:12: Und da ging es um die Preise von Medikamenten, aber das ist gar nicht wichtig.

00:06:15: Und das ist ja ein durchgängiger Top-Hoss bei Trump, auch in dieser Rede, wenn er über Autokraten spricht.

00:06:23: Fügt er immer den Satz dazu, ich respektiere ihn.

00:06:25: Oder er ist ein großer Mann.

00:06:27: Das kann Präsident Xi von China sein.

00:06:29: Das kann Putin sein.

00:06:31: Das kann auch Erdogan sein.

00:06:32: Das ist ganz egal.

00:06:33: Aber die Autoritären, da sind die, die er respektiert.

00:06:37: Und die Demokraten, da sind die, die er verachtet.

00:06:40: Trotz all dieser Verachtung, die dort zu spüren war und auch des Heraushebens der Schwäche der Europäer, hat Trump in Davos die Drohung bezüglich Grönlands abgeräumt, militärische Mittel einzusetzen.

00:06:56: Und auffällig ist aber auch da gewesen, dass selbst das Abräumen dieser Drohung mit einer Drohung verbunden gewesen ist, nämlich Trump sagte ja, er kriege nur dann etwas, wenn er mit exzessiver Gewalt drohe und da wäre er dann nicht zu stoppen.

00:07:12: Lass uns mal reinhören.

00:07:13: Und wir haben

00:07:14: noch nie was bekommen.

00:07:15: Wir werden wahrscheinlich nicht was bekommen, bevor wir uns in der Vorbereitung der Vorbereitung nutzen, wo wir, ehrlich gesagt, unsinnbar sind.

00:07:26: Aber

00:07:27: ich werde das nicht tun,

00:07:29: ok?

00:07:29: Jetzt haben wir alle gesagt, oh Gott, das ist wahrscheinlich die größte Stattung, was ich gemacht habe, weil die Leute dachten, ich würde Vorbereitung nutzen.

00:07:37: Ich muss nicht Vorbereitung nutzen, ich will nicht Vorbereitung

00:07:39: nutzen.

00:07:39: Robin, die Rede von Trump, durch die sich ja auf der einen Seite die Schwäche Europas zumindest aus seiner Sicht durchzieht und auf der anderen Seite die Stärke der USA seine Stärke, die mächtigsten USA, die es jemals gab, die erfolgreichsten USA, die es jemals gab.

00:07:57: Und trotz dieser Demonstration der Stärke zieht er die militärische Option zurück.

00:08:03: Was ist da passiert?

00:08:04: Das ist der Kern.

00:08:06: Was da geschehen ist, die verbale Kraftmeierei, die exzessiver wie noch nie, steht in scharfen Kontrast dazu, dass in der Substanz er in zwei Punkten zurückgezogen hat.

00:08:17: Schon in der Rede nimmt er die militärische Drohung vom Tisch.

00:08:22: Und das hatte er in den Tagen zuvor noch verweigert.

00:08:26: Und im weiteren Verlauf dieses Treffen in den Schweizer Bergen weicht er ja auch noch weiter zurück.

00:08:32: Also, die verbale Kraft Meirai steht im scharfen Kontrast dazu, dass er in der Substanz ein Rückzieher macht.

00:08:38: Dass er diesen Rückzieher am Ende gemacht hat, das hat ja weniger etwas damit zu tun, dass er sich davor scheut.

00:08:45: die NATO-Intrümmer zu legen, indem er ja angedroht hat, ein NATO-Land, ein NATO-Partner anzugreifen, als das ist tatsächlich um

00:08:55: Druck.

00:08:56: Um Gegendruck, den er erfahren hat, im eigenen Land und aus Europa.

00:09:00: Und jetzt lasst uns diese Tage vor Davos Schritt für Schritt rekonstruieren, um die Entscheidung Donald Trumps dann verstehen zu können.

00:09:08: Genau.

00:09:08: Diese kleinteilige Rekonstruktion, die wir jetzt machen werden, ist wichtig, weil die ein Beispiel dafür ist, was muss geschehen, damit Trump nicht durchzieht.

00:09:19: Und deshalb wird man sich diese Tage noch, glaube ich, oft in der Rückschau anschauen.

00:09:23: Also, es sah ja ... Alles nach einer Machtprobe aus.

00:09:28: Trump hatte gesagt, ich brauche Grönland.

00:09:32: Ihr müsst das rausrücken.

00:09:34: Und in einem zweiten Schritt hat er gesagt, ich erhöhe für Länder, die da nicht mitgehen, die Zölle.

00:09:43: Also auf die schon bestegenden hohen Zölle tue ich weitere Zölle drauf.

00:09:47: Und zwar sind das die europäischen Länder, die Dänemark auch demonstrativ unterstützt hatten, indem zwei Handvoll Soldaten auf Bitten von der dänischen Premierministerin Mette Frederiksen in Grönland zwei Tage unterwegs waren.

00:10:02: Also da hat Trump eine harte Zoll-Drohung.

00:10:06: Nachgeschoben.

00:10:07: Kurzer Einschub, diese Mission, von der du auf Grönland gerade erzählt hast, die zwei Tage andauerte, deren offizieller Zweck war ja tatsächlich zu erkunden, wie man Grönland besser gegen China und gegen Russland schützen kann.

00:10:23: Ja, hier haben wir die schon gewohnte, aber im Kern natürlich sehr, sehr seltsame Strategie, für die öffentlich Merz steht, Trump beim Wort zu nehmen, aber nicht beim Sinn.

00:10:36: Weil Trump hat ja gesagt, wir brauchen als USA Grönland, weil Grönland fällt sonst an die Russen und Chinesen.

00:10:45: Und Friedrich Merz weiß, dass das nicht die eigentliche Motivation ist, aber er behauptet, das eins zu eins zu nehmen und sagt, ja, also wenn die Chinesen und die... die Russen das bedrohen, dann müssen wir das natürlich schützen.

00:11:00: Und wer schützt das, die NATO.

00:11:02: Und deshalb machen wir jetzt eine europäische NATO-Mission, um zu zeigen, dass wir das ernst nehmen.

00:11:08: Klammer auf hat natürlich noch eine Riesenironie, weil neulich erst in der nationalen Sicherheitsstrategie der USA tauchten die Russen ja gar nicht mehr auf als großer Gefährder.

00:11:18: Und wenn man jetzt sagt, okay, wir müssen gemeinsam die Russen abschrecken, ist man ja eigentlich in dem europäischen Text.

00:11:24: Also da hat Merz so argumentiert, wie er die vergangenen Monate immer ist gemacht hat.

00:11:30: So, jetzt nochmal zurück zur Chronologie.

00:11:33: Also wir sind in der vergangenen Woche am Wochenende, wo diese Erkundungsmission stattfindet.

00:11:38: Und Trump versteht die aber als Provokation, also über Truth Social, verbreitet er der reisen Europäer nach Grönland zu unbekannten Zwecke.

00:11:48: Und er reagiert dann auf diese Mission?

00:11:51: Ja, die schon angesprochenen Strafzölle für die acht Länder, die da unterwegs waren, auch hier wieder eigentlich einen Unsinn, weil das ist ja ein europäischer Binnenmarkt.

00:12:02: Also, wenn dann trifft man alle, aber das ist noch nicht bis zu Trump wohl vorgedrungen.

00:12:07: Und jetzt ist das Interessante, dass die Europäer nach diesen Zöllen nicht zurückgezogen haben, sondern ihrerseits gegengehalten haben.

00:12:18: Genau, es gibt einen Dreiklang aus Maßnahmen, den die Europäer ins Schaufenster gestellt haben und zum Teil auch tatsächlich schon umgesetzt haben.

00:12:28: Der erste Schritt ist, dass das EU-Parlament die Ratifizierung des Handelsabkommens mit den USA ausgesetzt hat.

00:12:36: Also wir reden über das Abkommen, dass Ursula von der Leyen im vergangenen Jahr im Zollstreit mit Trump ausgehandelt hat und das Nullzölle für US-Industrieprodukte vorsieht.

00:12:48: Das ist jetzt vom Europäischen Parlament ausgesetzt worden, die Ratifizierung.

00:12:53: Der zweite Schritt wären dann Gegenzölle in Höhe von neun neunzig Milliarden Euro gewesen.

00:13:00: Exakt.

00:13:00: Diese Zölle sind schon mal beschlossen worden.

00:13:04: In dem Zollkonflikt, den die EU schon mit Trump hatte, die Hörerinnen und Hörer erinnern sich, das sind so gezielte Zölle, die bestimmte amerikanische Produkte treffen sollen, die in Staaten hergestellt werden, wo Trump eine große Wählerbasis hat.

00:13:20: Also der berühmte Bourben und die berühmten Jeans und noch weiter.

00:13:24: Aber das ist keine Kleinigkeit.

00:13:26: Drin neunzig Milliarden im Jahr sind das.

00:13:28: Und diese Zölle sind beschlossen und werden immer wieder... ausgesetzt.

00:13:35: Und der nächste Termin, wann dies wieder ausgesetzt werden muss, wäre der sechste Februar.

00:13:40: Technisch spricht man von einem sogenannten Rollover.

00:13:43: Und die europäischen Führer haben sehr deutlich gemacht, wenn tatsächlich diese tramschen Zölle kämen, die wegen Grönland angekündigt wären, am ersten Februar, dann würden am sechsten Februar die Strafzölle nicht erneut.

00:13:59: Dann gibt es noch eine dritte Maßnahme, die man die Handelsbesucher nennt, ACI.

00:14:05: ACI, ACI, ACI, ACI, ACI, ACI, ACI, ACI, ACI, ACI, ACI, ACI, ACI, ACI, ACI, ACI, ACI, ACI, ACI, ACI,

00:14:14: ACI, ACI, ACI, ACI, ACI, ACI, ACI, ACI, ACI, ACI, ACI, ACI, ACI, ACI, ACI, ACI, ACI, ACI, ACI, ACI, ACI, ACI, ACI, ACI, ACI, ACI,

00:14:20: ACI, ACI, ACI, ACI, ACI, ACI, ACI, ACI, ACI, ACI, ACI, ACI, ACI, ACI, ACI, ACI, ACI, ACI, ACI, ACI, ACI, ACI heißt Anti-Corrosion Instrument, ein Instrument gegen Zwang.

00:14:32: Und das ist wichtig, weil normalerweise tut sich die EU ja immer so schwer, Dinge zu beschließen, weil jemand zum Beispiel wie Viktor Orban da Sand ins Getriebe stellen kann.

00:14:42: Und wenn man dieses Anti-Zwang-Instrument hat, das muss nur einmal mit qualifizierter Mehrheit beschlossen werden.

00:14:49: Und dann darf die Kommission heftige Gegenmaßnahmen machen.

00:14:54: Unter anderem dürfen US-Firmen von EU Ausschreibungen ausgeschlossen werden.

00:14:59: Finanzdienstleistungen aus USA können eingeschränkt werden, sogar geistiges Eigentum und Schadensersatz kann gefordert werden.

00:15:07: Und all das kann die Kommission tun, ohne dass sie gestoppt werden kann, außer mit qualifizierter Mehrheit.

00:15:13: Also der Mechanismus, der sonst so im Weg steht, wird umgedreht.

00:15:16: Das ist ein starkes Instrument.

00:15:18: Und die Europäer haben gesagt, immer noch mal Konkurrenz machen wir sofort.

00:15:22: Georgia Meloni hat so vor sich geraten und die deutsche Position war so in der Mitte.

00:15:26: Lass uns alles vorbereiten.

00:15:29: Und falls Trump die Zölle tatsächlich macht, dann können wir sozusagen auf den Knopf drücken.

00:15:33: Und es spricht sehr viel dafür, dass diese Kommunikation vom Wochenende am Montag und Dienstag in Washington langsam durchgesickert ist.

00:15:41: Es gab dann nämlich Reaktionen zwar nicht von Donald Trump, aber von seinem Finanzminister.

00:15:49: Ja, Scott Bassend hat eine Interview gegeben, wo er deutlich gesagt hat, man sollte nicht überreagieren.

00:15:57: Und wenn man sich anguckt, was auf den Aktienmärkten passiert ist, die sind leicht runtergegangen und die Aktienmärkte sind ja etwas, wo Donald Trump sehr darauf schaut.

00:16:06: Und ein zweites sind die Bondmärkte, also die Märkte für amerikanische Staatsanleihen.

00:16:13: Und hier ist etwas ganz Interessantes geschehen auch in Davos.

00:16:17: In Davos hat der angesprochene Scott Besant, also der amerikanische Finanzminister, erzählt, dass ihn der Chef der Deutschen Bank Christian Seving angerufen habe.

00:16:30: Und warum habe er ihn angerufen?

00:16:32: Die Deutsche Bank hat einen Analystenbericht gemacht und in diesem Analystenbericht steht, die europäischen Investoren könnten massiv US-Staatsanleihen verkaufen, wenn diese US-Zölle tatsächlich in Kraft treten würden.

00:16:50: Und das erinnert ja daran, was die Chinesen gemacht haben, die auch so viele amerikanische Staatsanleihen halten und die auch damit gedroht haben, die zu verkaufen, wenn Trump im Zeustreit durchzieht.

00:17:02: und auch das hat Trump ja nicht gemacht.

00:17:05: Und in diesem Bericht von der Deutschen Bank, ich zitiere mal den entscheidenden Satz, die USA haben eine entscheidende Schwäche.

00:17:12: Sie sind darauf angewiesen, dass andere ihre Rechnung über große Außenhandelsdefizite

00:17:18: begleichen.".

00:17:20: Und Bessent fand es wichtig, in Davos, der Weltwirtschaft, die da ja versammelt ist, zu sagen, dass Christian Sehwegen angerufen habe und gesagt hat, das wäre nur eine Einzelneinung und das wäre gar nicht die Position der Deutschen Bank.

00:17:33: Aber das zeigt ja, wie ernst die Amerikaner diese Drogen nehmen.

00:17:38: Und zu den Reaktionen an den Märkten ist ja auch noch eine parteiübergreifende Initiative am Montag in den USA dazu gekommen.

00:17:48: Republikaner und Demokraten haben parteiübergreifend eine Initiative gestartet, dass Gewalt gegen Grönland ausgeschlossen wäre.

00:17:59: Also auch im amerikanischen politischen System.

00:18:01: Bildete sich Widerstand.

00:18:03: Auch die Meinungsumfragen zu Grönland, denen Marc war, nicht gut für Trump, ganz im Gegenteil.

00:18:08: Und sogar der katholische Militärbischof der USA, ein ganz konservativer Knochen, hat gesagt, wenn... Ein Befehl erginge Gewalt gegen Dänemark für Grönland anzuwenden, dann könnten die Soldaten nach ihrem Gewissen entscheiden, diesen Befehl zu verweigern.

00:18:24: Und auch so etwas ist eigentlich in so einem christlichen Land wie den USA eine unerhörte Aussage.

00:18:30: Also da braute sich gegen Trump einiges zusammen.

00:18:34: Und dass das eine Wirkung auf ihn gezeigt hat, das ist ja schon... vor seinem Abflug nach Davos zu hören gewesen, weil da hat er ja gesagt, es wird in der Grönlandfrage für alle eine glückliche Lösung geben.

00:18:50: Wir sehen ein Zurück rudern in mehreren Schritten oder manchmal in mehreren Ruderschlägen.

00:18:56: Schon beschrieben erst die Rücknahme der Drogen militärischer Gewalt.

00:19:00: Und dann abends die Rücknahme der Forderung in der Substanz.

00:19:04: Weil da setzt Zehnt Davos mit Mark Rutte hin, dem NATO-Generalsekretär und die beiden kommen raus.

00:19:10: Und plötzlich ist die Kernforderung.

00:19:13: Die USA müsse Grönland in Besitz nehmen.

00:19:16: Darum ging es ja.

00:19:17: Das war der Kern der ganzen Sache.

00:19:20: Die ist plötzlich Geschichte.

00:19:22: Da heißt es, man hat einen Rahmenabkommen gefunden, aber dass die in Besitznahme Grönlands steht plötzlich nicht mehr auf der Tagesordnung.

00:19:30: Ist das das Werk Mark Rüttes gewesen?

00:19:34: Das Interessante ist, dass man das ganz schwer recherchieren kann, weil bis auf sehr wenige fast so angetuschte, lange Linien wissen auch die Staats- und Regierungschef bis heute gar nicht, was da vereinbart wurde.

00:19:46: Aber Mark Rutte, der ja die Funktion hat, über großes Geschleime seinen Platz am Hofe des amerikanischen Präsidenten so zu sagen sicher zu haben, war wieder der Ansprechpartner.

00:19:58: Aber es ist ja auch das.

00:19:59: Man macht sich das mal klar.

00:20:00: Da redet der NATO-Generalsekretär und A. Kann der eigentlich nicht verhandeln für die anderen EU-Länder?

00:20:08: Und er kann auch nicht für Dänemark verhandeln.

00:20:12: Es war aber so, als Rutte und Trump fertig waren und das so durchsick hatte, waren die Dänen zum Beispiel noch gar nicht gebrieft worden.

00:20:19: Das heißt nicht, dass Rutte mit denen nicht Rücksprache nimmt.

00:20:22: Also auch Merz hatte am Wochenende mehrfach mit dem telefoniert.

00:20:25: Aber dieser Deal, der eigentlich nur so eine Art grobe Vorstellung ist, der sieht vor, dass die Amerikaner Stationierungsrechte in Grönland haben.

00:20:37: Und jeder, der in den letzten Tagen aufgepasst hat, weiß, die haben sie auch bis jetzt schon.

00:20:42: Es geht ja auch um mehr als um Stationierungsrechte.

00:20:45: Es geht auch um den Abbau von Rohstoffen.

00:20:49: Ja, bei den Rohstoffen war im europäischen Lager die große Angst, dass Trump eine Lösung will.

00:20:54: Er kriegt alle Rohstoffe zum halben Preis, so ungefähr.

00:20:57: Soweit ist aber rote Auge scheinlich nicht gegangen.

00:21:00: Sondern es gibt so eine Art Board, wieder Oversea Board, das ist auch so klassische Trampkiste, wo die Amerikaner ein Veto haben.

00:21:07: Also das sozusagen die Dänen und die Grönländer sich nicht komplett für schnäsische Firmen öffnen.

00:21:12: Und ein Drittes ist, das gesprochen wird in der ganzen Arktis, Wolle die NATO jetzt mehr machen.

00:21:18: Da ist aber auch so ein Ding, nicht alle Anreiner in der Arktis sind NATO-Länder, dann gibt es ja auch noch Russland.

00:21:24: Aber wenn da die NATO-Länder mehr machen, da wäre man ja wieder in dem, was Merz von Anfang an zum Beispiel vorgeschlagen hat.

00:21:30: Also ich glaube im Kern die sozusagen die Landnahme, die Vergrößerung der USA, was da eigentlich das Ziel von Donald Trump war, die ist vom Tisch und... dass die rationale Erklärung, die man dann immer nachschiebt ist, ihm sei es darum gegangen, Stationierungsrechte zu verewigen, weil Trump baut ja etwas, das nennt er Golden Dome, angelehnt an den israelischen Iron Dome, also ein Raketenschutzschild, und den will er für seine ganze Hemisphäre bauen.

00:21:59: Und das Argument ist, wenn die Grönländer sich irgendwann unabhängig von Dänemark machen würden, könnten die Grönländer ja theoretisch sagen, wir gehören nicht mehr zu Dänemark.

00:22:11: Alles was die Dänen völkerrechtlich unterschrieben haben, akzeptieren wir nicht mehr.

00:22:15: und jetzt schmeißen wir die Amis raus.

00:22:17: Ich formuliere bewusst konjunktivisch.

00:22:19: Und hier wird jetzt etwas gebastelt, dass den Dänen und später eventuell unabhängigen Grönländern diese Möglichkeit und da wird geredet von der zyprischen oder zypriotischen Lösung.

00:22:34: Ich weiß gar nicht, wie man dieses Wort richtig bildet.

00:22:36: Und das ist, als Zypern unabhängig wurde, haben die Briten bestimmte Rechte bekommen, dort ihre Navy-Basen zu behalten, die sozusagen auch nicht von einer späteren, wie auch immer gestalteten, unabhängigen zypriotischen Regierung eingesammelt werden können.

00:22:55: Und das ist jetzt sozusagen Der Talk, mit dem man Trump die Möglichkeit gibt, zu sagen, ich wollte ja nur für den Golden Dome und dass das ein bisschen alle Ewigkeit sicher ist.

00:23:05: und das habe ich erreicht und ganz toll.

00:23:21: Die Lehre aus den vergangenen Tagen ist, Gegendruck statt entgegenkommen.

00:23:26: Das ist die Strategie, um mit Trump umgehen zu können.

00:23:29: Und Robin?

00:23:30: Diese Strategie hat einen Namen, nämlich Mark Carney.

00:23:34: Mark Carney ist seit März vergangenen Jahres Kanadas Premierminister.

00:23:39: Und zur Erinnerung der damalige Wahlkampf, aus dem Carney als Sieger hervorgegangen ist, der stand ja ganz im Zeichen der Annektionsdrohung Trumps.

00:23:49: Trump wollte sich ja auch Kanada einverleiben und Carney hat gewonnen.

00:23:54: weil er klare Kante gegen Trump gezeigt hat, anders als sein Vorgänger Justin Trudeau.

00:24:01: Und Kanye hat am Wahlabend dann gesagt, Kanada dürfe die Lehren aus dem Verrat durch die USA niemals vergessen.

00:24:11: Unsere einstigen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten, sie sind vorbei, weil Präsident Trump versucht, uns zu brechen, um uns zu besitzen.

00:24:22: Und was die Konsequenz aus dieser Ansage Carnes im vergangenen Jahr ist, das hat Carni dann am Dienstag auf der Bühne in Davos deutlich gemacht.

00:24:32: Lass uns mal kurz hören.

00:24:40: Die Macht der Schwächeren beginnt mit Ehrlichkeit, so hat es Carni formuliert und dann hat er auch noch gesagt.

00:24:48: Aber zuerst bedeutet es, die Realität zu nennen.

00:24:54: Stoppen, die regnenden Regeln

00:24:55: in internationaler Ordnung,

00:24:57: als ob es noch

00:24:58: Funktionen gibt, als verabredet

00:25:00: wird.

00:25:00: Was ist das?

00:25:01: Ein System der intensifischen

00:25:03: Grafpower-Rivalen,

00:25:05: in dem sie ihre Interessen mit der ekonomischen Integration als Verwaltung

00:25:09: mit dem stärksten Versuch haben.

00:25:10: Also die Ehrlichkeit oder die Wahrheit leben, so formuliert ist Kani, heißt anzuerkennen, dass die regelbasierte internationale Ordnung nicht mehr funktioniert und wir stattdessen ein system zunehmender Großmachtrivalität erleben, in dem die mächtigsten ihre Interessen verfolgen.

00:25:28: Robin und Kani zeigt dann den Weg auf, wie sich die Mittelmächte in diesem System behaupten können.

00:25:35: Ja, von dieser Rede wird man noch viel lesen und das zu Recht, weil das ist die Gegenstrategie zu Donald Trump in Worte gegossen.

00:25:47: Der Mann, der die Rede gehalten hat, ist, du hast den Hintergrund genannt, der ist ja ein Zentralbänker, also der war der Chef der Bank von England und von Kanada, hat vier Kinder, war früher Eise getorbert, also steht nicht in verdachten Hippie zu sein oder so was.

00:26:00: und der hat diese Wahl schon nur gewonnen, weil Trump halt gegen Kanada so überzogen hat.

00:26:06: Der hat also einmal mit kanada aber natürlich auch mit dem brexit wo er damals chef der britischen zentralbank war schon die erfahrung gemacht was populismus anrichten kann wenn man ihn nicht stoppt.

00:26:18: und dieser man stellt sich dahin und er nimmt als grundmotiv ein motiv von Watzlarv Havel.

00:26:27: Also jemand vom nordamerikanischen Kontinent nimmt einen dissidenten Autor aus Mitteleuropa, nennt einen Text von und mit diesem Grundmotiv in der Wahrheit leben und Havel beschreibt, dass ganze sowjetische Ostblock nur existiert hat, nicht nur wegen Gewalt durch die Kommunisten, sondern weil die Kommunisten sich auf den Einverständnis begründen konnten, dass die Leute bestimmte Lügen mittragen.

00:26:55: Also die Leute haben nie geglaubt, die Propaganda, aber haben trotzdem die Schilder in den Schaufenster gestellt.

00:27:01: Lass uns die Geschichte kurz erzählen, die Havelgeschichte, die er da anführt.

00:27:05: Es ist die Geschichte... von einem Gemüsehändler.

00:27:08: Und der hängt halt jeden Morgen in seinen Schaufenster.

00:27:11: das Schild proletarier aller Länder vereinigt euch.

00:27:15: Obwohl der Gemüsehändler selbst daran gar nicht glaubt, hängt er es trotzdem auf.

00:27:22: Ärger zu vermeiden, um Anpassung zu signalisieren, um dazu zu gehören, um nicht ausgeschlossen zu werden.

00:27:30: Und weil jeder Ladenbesitzer in jeder Straße dasselbe tut, hält sich das System eben nicht allein durch Gewalt, sondern durch die Teilnahme gewöhnlicher Menschen an Ritualen, von denen sie ja insgeheim wissen, dass sie falsch sind.

00:27:45: Und das nennt Havel eben das Leben in der Lüge.

00:27:48: Und jetzt ruft Kané dazu auf, Freunde, es ist Zeit, dass Unternehmen und Länder ihre Schilder abnehmen.

00:27:55: Ja, und ich finde das faszinierend.

00:27:58: Wie gesagt, jemand aus Nordamerika, diese mittel-europäische Geschichte.

00:28:02: Aber das ist eigentlich unsere Geschichte.

00:28:04: Das ist die Geschichte der Freiheit unseres Kontinents.

00:28:07: Das ist das hin auf.

00:28:09: Aber es zieht sich ja etwas in der Trump-Analyse durch.

00:28:13: Also wenn du dir anschaust, Timothy Snyder, der Historiker, der so viel über Trump schreibt, ist eigentlich eine Experte für die Sowjetunion und die Ukraine.

00:28:22: Oder die Autorin Masha Gessen, die Trump analysiert, die eigentlich eine Beschreiberin davon ist, wie Putin Russland wieder den Autoritarismus zurückgeführt hat.

00:28:33: Und jetzt eben Carney ruft Watzler-Hawel auf.

00:28:37: Das ist schon interessant, ob diese Erfahrung mit dem historischen Totalitarismus uns nicht Hinweise geben, wie wir mit dem neuen Autoritarismus, dem werdenden Autoritarismus im Westen umgehen können.

00:28:49: Das klingt jetzt alles sehr philosophisch, aber Kanye wird ja auch sehr praktisch.

00:28:54: Ja, super Einwand.

00:28:56: Also da steht jemand, der eben kein Schriftsteller ist, sondern ein Marzentralbänker war und der sagt, wir ... brauchen jetzt und er nennt es Value based Realism und ergrenzt das ab einerseits zu naiven Multilateralismus und andererseits aber auch zu dem Zynismus einfach sich den den großen Ländern zu unterwerfen, die keine Regeln mehr zu kennen glauben.

00:29:20: und Kanye sagt er macht den Vorschlag, dass diese Mittelmächte und dazu zählt ja Deutschland auch.

00:29:26: Das ist sozusagen so wie ein Rezept für uns, dass diese Mittelmächte sich zusammenschließen.

00:29:33: Also es lohnt nicht noch so zu tun, als würde die UNO funktionieren, als würde die WTO funktionieren, als würde die NATO funktionieren, wenn das alles nicht mehr funktioniert, sondern man muss gucken, dass man für einzelne Anliegen Allianzenschaft, um es ins gute zu wenden oder ins vorteilhafte.

00:29:49: Ja, das ist sein Vorschlag.

00:29:52: Und das ist keine Trivialität, weil da hängt natürlich dran, dass man auch zum Beispiel wieder mit China redet.

00:29:59: Ja, also das, was die Debatte der letzten Jahre, die Risking oder sogar die Coupling.

00:30:04: in der Kale logik und ich glaube das ist noch nicht bei all seinen fans verstanden würde man sagen okay wir machen uns keine illusion über die chinesische kp.

00:30:14: aber punktuell kann man und muss man zusammenarbeiten.

00:30:18: in der neuen welt situation dieses mittlere mächte gezielt zusammenarbeit.

00:30:25: da denkt man natürlich auch sofort an den plan der eu dieses handelsabkommen mit indien abzuschließen denkt man daran dass mehr zu neulich da war aber Der Karnirat hat noch eine andere Seite und die auch vielleicht seinen Freunden oder den Menschen, die jetzt links der Mitte so begeistert sind, von ihm noch nicht aufgegangen ist.

00:30:45: Kané sagt, die Mittelmächte müssen zu Hause ganz schnell ganz viel ändern.

00:30:52: Und er nennt tiefe Wirtschaftsreformen, er nennt auch, dass sie innerhalb Kanadas der Handelsschranken abgebaut haben und dieses sozusagen werde wehrhaft schaffe Wirtschaftswachstum, also auch durch Reformen, auch durch Rückbau von Sozialstaaten natürlich.

00:31:08: Das ist die andere Seite dieser Medaille, dieses Appelt.

00:31:12: Du hast es gerade angesprochen.

00:31:14: Er wird ja sehr konkret, was er in Kanada getan hat.

00:31:17: Er sagt, wir haben die Steuern auf Einkommen, Kapitalgewinne und Unternehmensinvestitionen gesenkt.

00:31:23: Wir haben Handelshemmnisse föderaler abgeschafft.

00:31:26: Wir stecken eine Billion Dollar in Energie, KI, kritische Rohstoffe.

00:31:32: Wir suchen neue Handelskorridore, Thema China.

00:31:36: Wir verdoppeln unsere Verteidigungsausgaben bis zum Ende dieses Jahrzehnts.

00:31:40: Und zwar so, dass unsere heimische Industrie davon profitiert.

00:31:43: Und wenn du dir das anhörst, Robin, dann klingt Kani so, wie Merz gerne redet, was ihr ... Sagt, was angebracht ist, jetzt zu tun in dieser Situation, was aber seine Regierung eben nicht konsequent auf den Weg gebracht kriegt.

00:32:00: Naja, ich finde, wenn man sich das anguckt, was dieser Kraneder erzählt, das war ein Feld Gottesdienst für die politische Mitte.

00:32:06: Das war sozusagen, wir sammeln uns, wo wollen wir hin, wie machen wir das?

00:32:10: Und der Effekt, der dieser ja vorher gar nicht so bekannte Kanadier hat.

00:32:14: Also wenn du geguckt hast, allein in Deutschland hast du ja von Grünen bis zu Christian Miele, jemandem, der die CDU in letzter Zeit ganz, ganz heftig, ein bisschen von rechts kritisiert hat, die alle sagen, ja, genau so, und lass uns anfangen, lass uns das so machen.

00:32:27: Also welches Potenzial auch in so einer Rede steckt.

00:32:33: Und du hast sie den Feld Gottesdienst der Mitte genannt und ich nehme diese Formulierung auf und sage, die predigt Kanis in diesem Gottesdienst, die hat Merz auch vernommen.

00:32:44: Und er zitiert ja auch in seiner Rede, die er dann am Donnerstag in Davos gehalten hat.

00:32:50: eine Passage aus Karnis Rede.

00:32:52: Und wenn man die Rede von März, der jetzt eine Überschrift geben wollte, dann würde ich drüber schreiben, mehr Karni wagen.

00:32:59: Lass uns mal hören, was März zum Beispiel gesagt hat.

00:33:02: Wir

00:33:02: haben die Schwelle hinein in eine neue Welt der Großmächte überschritten.

00:33:09: In dieser Welt weht ein rauer Wind.

00:33:13: Diese Welt wird uns Härten und Gefahren zumuten.

00:33:17: Das spüren sie, das spüren wir alle.

00:33:20: Machen wir uns aber auch bitte klar, dieser Welt sind wir nicht ausgeliefert.

00:33:26: Wir können sie gestalten.

00:33:28: Lassen Sie uns deshalb besonnen, schöpferisch und mutig zugleich auf unsere eigenen Stärken setzen.

00:33:35: Und genau das tun wir.

00:33:38: Ob in hier klingt März tatsächlich Vikane?

00:33:41: Ist diese Rede, die März in Davos gehalten hat, Ein Kurswechsel in seinem bisherigen Umgang mit den USA.

00:33:50: Das ist in der Tat eine ganz entscheidende Frage.

00:33:54: Und deshalb vorab erst mal, was war bisher der Kurs?

00:33:58: März war nie ein Trump-Apologät.

00:34:00: Also das, was von ganz rechts vorgeschlagen wird, sich winselnd in den Staub zu werfen.

00:34:05: Das war nie Märzding, der hat sich nie Illusionen über Trump gemacht.

00:34:08: Aber er hat gesagt, die Lage in Europa und speziell in der Ukraine ist so, dass wir so stark auf die Amerikaner angewiesen sind, dass wir in diesem Trump-Spiel mitspielen müssen.

00:34:18: Wir müssen diesen Text sprechen, wir müssen eine Arbeitsbeziehung herstellen und müssen dann parallel an unserer Unabhängigkeit arbeiten, aber im Trump-Text bleiben, weil die Verhältnisse sind halt so.

00:34:30: Das war bisher der März-Angang.

00:34:31: Und die Frage ist ja jetzt mit der ganzen... Grünlands Sache mit Davos, mit der Trump-Rede ist der Moment gekommen, wo das nicht mehr geht.

00:34:39: Weil das wäre Karni.

00:34:42: Karni sagt, es ist vorbei und man muss es aussprechen, dass es vorbei ist.

00:34:47: Und dann, um dann mit Watzler-Favel sozusagen in der Wahrheit zu leben.

00:34:51: Und dort ist März, dessen Rede im ersten Drittel Anklänge an Karni hätte, unserer Beobachtung nach noch nicht angekommen.

00:35:00: Ja, es gibt einen ... Eine Passage aus der Rede, die das nahelegt, dass Merz den Kani in sich noch nicht ganz entdeckt hat.

00:35:09: Lass uns mal hören, was er da gesagt hat.

00:35:11: Lassen Sie uns bitte auch bei allem Frust und Ärger der letzten Monate die transatlantische Partnerschaft nicht voreilig abschreiben.

00:35:19: Und das ist kein wohlfeiler Verweis auf das Prinzip Hoffnung.

00:35:24: Nein, wir Europäer, wir Deutsche wissen, wie kostbar das Vertrauen ist, auf dem die NATO fußt.

00:35:32: Im Zeitalter der Großmächte werden auch die USA auf dieses Vertrauen angewiesen.

00:35:39: Es ist ihr und unser entscheidender

00:35:43: Wettbewerbsvorteil.".

00:35:45: Obwohl man könnte ja sagen, es ist schon eine andere Betonung, die März jetzt wählt.

00:35:50: Nämlich nicht nur, dass Europa auf die NATO angewiesen ist, sondern es eben auch die Amerikaner sind, auch in dem neuen Weltmachtsgefüge, was sich hier abzeichnet.

00:36:01: Naja, das war ja all die Jahre richtig und das war das auch, was Merz in den letzten Monaten sozusagen gesagt und betrieben hat.

00:36:10: Die Frage ist natürlich, wann ist der Moment erreicht, wo es nicht mehr richtig ist?

00:36:13: Also in dem Moment, wo die sich Grüner mit Gewalt genommen hätten, wäre das ja nicht mehr richtig gewesen.

00:36:18: Und Karni sagt, der Moment ist gekommen, es ist vorbei und das auszusprechen ist der erste Schritt sozusagen auf eigenen Füßen zu stehen.

00:36:27: Und Merz hört Karni.

00:36:29: Kani imponiert Merz auch.

00:36:32: Er versucht auch Teile davon zu übernehmen, aber er geht diesen letzten Schritt noch nicht.

00:36:36: Und ich glaube, dass Merz selber mit sich ringt, aber das auch in seinem Umfeld gerungen wird.

00:36:41: Das in seinem Umfeld sind Leute, die da noch eine unterschiedliche Einschätzung haben.

00:36:46: Und das ist ja auch keine triviale Frage.

00:36:48: Wann ist der Kipppunkt erreicht?

00:36:51: Weil wenn Deutschland den Kani machen würde, das hätte dramatische Konsequenzen.

00:36:57: Aber wenn man den Punkt verpasst, wo man es machen muss, hätte es auch dramatische Konsequenzen.

00:37:02: Also die Frage ist, und ich meine, März hat jetzt sozusagen ungefähr ein Jahr Trump und nicht ganz so lange.

00:37:08: März lief parallel und man sieht ja bei Trump eine Eskalation.

00:37:12: Es kommen aber noch drei Jahre.

00:37:15: Und ich glaube, dass man sich im Kanzleramt vorbereitet, Wo ist der Kipppunkt?

00:37:19: Wo könnte eine neue Strategie sein?

00:37:21: Und dass man sich da herantastet.

00:37:24: Aber den großen, sag ich mal, rhetorischen Moment, den großen Wegruf des Westens, den hatte in dieser Woche nicht Friedrich Merz geliefert, sondern ein Kanadier.

00:37:45: Es sind ja die Worte, neue Realität, Ende der Illusion, Wahrheit, die da durch Davos gewarbert sind.

00:37:52: Und das sind alles auch Worte.

00:37:54: die Ursula von der Leyen in ihrer dortigen Rede in den Mund genommen hat.

00:37:58: Und Ursula von der Leyen hat vor Nostalgie gewarnt, denn Nostalgie werde die alte Ordnung nicht zurückbringen.

00:38:05: Also auch dort die Anerkennung, das, was bisher war, das gibt es so nicht mehr.

00:38:11: Und sie hat gesagt, es sei vielmehr an der Zeit, ein neues unabhängiges Europa aufzubauen.

00:38:24: On Saturday I was an Asuncion,

00:38:26: in Paraguay, to sign the EU-Maricoussure

00:38:30: Trade Agreement.

00:38:32: It was a

00:38:32: breakthrough after twenty-five years of negotiations.

00:38:38: And with it, the European Union and Latin America have

00:38:42: created the

00:38:43: largest free trade zone in the world.

00:38:46: Also, dass neue Europa es nimmt bereits Gestalt an.

00:38:51: Doch dieses neue Gestalt annehmte Europa, von dem von der Leyen da am Dienstag in Davos gesprochen hat.

00:38:58: Das ist ein Tag später zur Witzfigur mutiert.

00:39:02: Denn das EU-Parlament hat entschieden, dass Merkussurabkommen, das ja von der Leyen als Beleg für die neue Gestalt Europas angeführt hat, vom Europäischen Gerichtshof prüfen zu lassen.

00:39:15: Das heißt, eine finale Abstimmung des Parlaments über dieses Abkommen wird dadurch um Monate, wenn nicht gar Jahre hinausgezögert werden.

00:39:25: Und damit ist ja nicht nur der Versuch, den USA mit neuen Abkommen etwas entgegenzusetzen, ab Adzodom geführt worden.

00:39:33: Also die Karnistrategie schließe neue Allianzen, sondern auch das Bild von Europa als verlässlichem Handelspartner ist ja ramponiert.

00:39:43: Weil eine Mehrheit im EU-Parlament, wenn auch nur eine Klappe, aus Stimmen der Extremrechten, der Linken und der Grünen dieses Abkommen nicht ratifizieren wollte.

00:39:56: Ja, eine epochale Torheit, dazu muss man wissen, dieses Handelsabkommen, also Europa und Lateinamerika, wird seit fünfundzwanzig Jahren verhandelt.

00:40:08: Und warum ist... ging jetzt im Europaparlament war, dass man dieses Handelsabkommen in zwei Teile aufgespalten hat, einen politischen Teil, der auch noch von allen nationalen Parlamenten ratifiziert werden muss und in Belgien ja wahrscheinlich wieder auch noch von den Regionalparlamenten und einem Handelsteil, der nur vom Europaparlament ratifiziert werden soll.

00:40:30: Und Handel ist nun mal europäische Angelegenheit bei uns, dafür haben wir da auch die Europäische Union.

00:40:37: Und wie da das Europaparlament Sand ins Getriebe steuern, kann man fast es wirklich nicht.

00:40:43: Also die beiden großen Länder mit vielen Bauern, Polen und Frankreich, da haben Abgeordnete aller Fraktionen, auch der Mittefraktionen, gegengestimmt und tatsächlich Wie du schon angedeutet hast, die Grünen.

00:40:58: Die Grünen haben mit ganz rechts und ganz links gestimmt.

00:41:02: Und die Stimmen waren mitentscheidend, weil das ist dreihundert, vierhundert, dreißig zu dreihundert, vierhundzwanzig.

00:41:08: Bei elf Enthaltungen ausgegangen, das an den EUGH zu überweisen.

00:41:12: Und die deutschen Grünen haben acht für die Überweisung gestimmt.

00:41:18: Fünfter gegen eine Enthaltung.

00:41:20: Eine Stimme ist nicht.

00:41:22: abgegeben worden.

00:41:23: Und ja, man fasst sich an den Kopf.

00:41:26: Nicht nur Mann, sondern auch führende Grünen-Politiker aus Deutschland tun das.

00:41:32: Cem Östemir kritisiert es heftig, Mona Neubauer kritisiert es.

00:41:37: Und selbst Jürgen Trittin, der ja nun auch kein führender Grüner mehr ist, aber eindeutig zu den Linken bei den Grünen gehört, ist empört über das, was die deutschen Grünen im Europaparlament getan haben.

00:41:50: Ja, also man muss das wirklich sagen, das ist eine Parallelgesellschaft da.

00:41:54: Das hat sich abgekoppelt.

00:41:56: Ich habe das mal erlebt, als Olaf Scholz reiste ins Europaparlament.

00:42:00: Und das ist ein Move, den hatte Angela Merkel immer verweigert, weil Merkel das Europaparlament nicht ernst genommen hat.

00:42:06: Scholz reiste ins Europaparlament, ist ja auch ein Zeichen.

00:42:09: Und dort hat die Obergrüne Terri Reinke heiß, die eine Rede gehalten, wo man dachte, hasst sie Scholz?

00:42:17: Findet sie die Ampel so schrecklich?

00:42:19: Wir haben da wirklich gesessen und uns gewundert.

00:42:21: Und diese Terri Reinke war jetzt auch bei denen dabei, die Mercusur an den EuGH überwiesen haben und wahrscheinlich, wenn es schlecht läuft, für einen langen Aufschub suchen.

00:42:30: Und es ist wirklich, wir haben doch gerade über den Kani geredet, die Bündnisse der Mittelmechte zu versuchen, sich Unabhängigkeit zu machen.

00:42:39: Und dann machen die wirklich in dem gleichen historischen Moment das Gegenteil, ein schwerer Fehler, ich glaube auch der bei den Grünen noch nachwirken wird, weil was ist mit der Parteiführung?

00:42:52: Was ist mit Franziska Brandner?

00:42:54: Was ist mit Felix Banajak?

00:42:56: Jetzt kann man sagen, ja, die können ja nichts dafür, was in Europa passiert, ja, aber da muss eine Parteiführung, glaube ich, auch Worte finden.

00:43:03: Und was die Grünen seitdem sagen, hat es an einigen Stellen fast noch schlimmer gemacht.

00:43:08: Du spielst an auf den grünen EU-Abgeordneten Sergey Lagodinsky, der ja für das Handelsabkommen gestimmt hat.

00:43:17: Das muss man klar sagen.

00:43:19: Jetzt aber dazu aufruft, die Empörungsspirale eine Stufe runterzuschalten.

00:43:25: Und er hat via X argumentiert, ja, es gab eine Stimmenüberschneidung mit Rechten.

00:43:31: Das ist nicht gut.

00:43:33: Aber ... Zufällige gemeinsame Mehrheiten werden zunehmend schwer vermeidbar sein und sind kein Bruch der Brandmauer, solange sie nicht organisiert sind.

00:43:43: Robin, dieses Argument hat die CDU ja auch angebracht, als sie im Bundestag für ihre Migrationspolitik bereit war.

00:43:52: Stimmen?

00:43:53: der AfD in Kauf zu nehmen.

00:43:55: Mit dem Argument, wir arbeiten ja nicht mit der AfD zusammen.

00:43:59: Wir haben ihnen die Anträge vorher nicht zukommen lassen und es sind eben zufällige Mehrheiten.

00:44:04: Also Sergi Lagodinsky ist ein erwiesener Freund der Ukraine, der hat auch nicht für diese törichte Überweisung an den EUGH gestimmt, aber er spricht den Text, den Friedrich Merz vor der Bundestagswahl gesprochen hat, warum man in Sachen Migration zufällig mit der AfD abgestimmt hat.

00:44:19: Also wenn man es hart formulieren will, sind die Grünen dabei, mit dem Hintern die Brandmauer einzureißen.

00:44:27: Man muss es in die Proportion setzen, wie gesagt auch Christdemokraten, auch Sozialdemokraten, aber aus Polen.

00:44:33: und Frankreich, nicht aus Deutschland, haben so gestimmt.

00:44:36: Trotzdem, die Stimmen der deutschen Grünen sind mitentscheidend, dass das nicht geklappt hat.

00:44:42: Und das ist ein historischer Fehler.

00:44:44: Und ich glaube, dass die Grünen da lange dran zu knabbern haben werden.

00:44:50: Robin, dass sich in diesen Tagen gleichzeitig die Trump-Apologeten blamieren und die Grünen, das hätte wohl keiner von uns gedacht.

00:44:59: Was aber beide von uns nicht nur denken, sondern wissen, ist, dass du hier das letzte Wort

00:45:05: hast.

00:45:06: Auf Wiederhören.

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